Dresdner Neueste Nachrichten, 08.05.2010 Beamtenmikado in Rathaus und Staatskanzlei schadet dem Alaunplatz

Fläche in der Neustadt wird bei gutem Wetter von Erholungssuchenden “übernutzt” / Erweiterung um sogenannten Russensportplatz nicht in Sicht

Wer sich zuerst bewegt, verliert. So, heißt es in einem Witz, funktioniert Beamtenmikado. Und genau so verhalten sich gerade die Verantwortlichen im Dresdner Rathaus, geht es um den sogenannten Russensportplatz. Damit ist eine Brache gemeint, die in der Äußeren Neustadt zu finden ist. Sie liegt zwischen Tannenstraße und Bischofsweg am Westrand des Alaunplatzes. Schon lange wünschen sich die Neustädter, dass diese Brache dem Alaunplatz zugeschlagen wird. Passiert ist nichts. “Wir warten auf ein Signal vom Freistaat”, hieß es gestern Nachmittag auf DNN-Nachfrage aus dem Rathaus. Da waren die Landesbediensteten längst zu Hause. Beamtenmikado eben.

Rund 8,5 Hektar groß ist der Alaunplatz, der Ende des 18. Jahrhunderts angelegt und lange als Exerzierplatz genutzt wurde. Mehr als sieben Fußballfelder würden auf den Platz passen, die Fläche reicht gerade an warmen Wochenenden trotzdem nicht für alle Neustädter. Dann dient sie zugleich als Kinderspielplatz und für Grillvergnügen, als Bolzplatz und für Frisbeespiele, als Liegewiese und Arbeitsplatz. Sehen und gesehen werden zählen gleichermaßen, das Neustadtleben zieht aus den Häusern und Höfen auf den ehemaligen Exerzierplatz.

Die Fläche wird an solchen Tagen “übernutzt”, so die Verantwortlichen im Rathaus. Und “grundsätzlich wird die Anlage dauerhaft geschädigt, wenn eine ständige Übernutzung erfolgt”. Erholen kann sich der Alaunplatz, wenn die Erholungssuchenden weniger werden oder ganz weg sind. Das ist dann der Fall, wenn die Urlaubszeit anbricht und “Grillmüdigkeit” eintritt, natürlich auch bei schlechtem Wetter, teilte Torsten Rex mit, der persönliche Referent von Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP).

Für die dicht besiedelte Neustadt ist der Platz nicht ausreichend. Der Russensportplatz, etwa einen reichlichen Hektar groß, soll deshalb dem Alaunplatz zugeschlagen werden. Stadt und Freistaat hatten schon im vergangenen Jahr keine Einwände gegen diese Idee, war den Antworten auf Anfragen an die Verantwortlichen im Rathaus und der Staatskanzlei zu entnehmen. Doch es ist nichts passiert. “Die Landeshauptstadt hat gegenüber dem Eigentümer Interesse am Ankauf einer Teilfläche zur Erweiterung des Alaunplatzes/Grünfläche bekundet”, teilte das städtische Liegenschaftsamt am gestrigen Freitag mit, Verhandlungen hätten noch nicht begonnen. So ähnlich äußerte sich die Stadt bereits vor Jahresfrist. Und der Freistaat erklärte im Mai 2009, die Stadt habe zwei Monate zuvor mitgeteilt, es bestehe kein Interesse mehr an der Fläche. Damals erregten diese Aussagen vor allem die Bündnisgrünen, doch auch die haben seitdem keine Anstrengungen mehr unternommen, das Thema voranzubringen.

Fazit: Russensportplatz und Alaunplatz bleiben, was sie sind: Eine Brache neben einer zu kleinen Erholungsfläche. Christoph Springer

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